Archaeologikon

Der Goldschatz von Hiddensee

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Der Goldschatz von Hiddensee - oft einfach als "Hiddenseeschmuck" bezeichnet - ist ein wertvoller Schmuck aus der Wikingerzeit, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts auf der deutschen Ostseeinsel Hiddensee (westlich von Rügen) gefunden wurde.* (Anm. s.u.)

Die genauen Fundumstande sind bis heute leider ungeklärt; dadurch ist auch seine genaue Herkunft bisher nicht enträtselt.

Eine sehr gute Replik des Goldschatzes ist im Kulturhistorischen Museum von Stralsund ausgestellt; das Original befindet sich angeblich auch in Stralsund (sagen wir mal: mit der Sicherheit, mit dem in New York die Goldreserven Deutschlands tatsächlich lagern . . . ).

Beschreibung des Goldschatzes:

Es handelt sich um einen prachtvollen Wikingerschmuck, der erhaltene Teil des Schatzes besteht aus 16 Teilen: einem Halsring, zehn kreuzförmigen Anhängern, einer Scheibenfibel und vier Zwischengliedern. Die grösseren der Teile sind fast handtellergross!

Eines der 16 Teilstücke des Goldschatzes von Hiddensee

Er wurde sehr aufwendig in einer Technik gefertigt, die moderne Goldschmiede kaum noch beherrschen. Der aktuell vorhandene Goldschatz wiegt 598,2 Gramm- ursprünglich dürfte er umfangreicher gewesen sein, aber einige Teile sind nicht gefunden worden oder nicht gemeldet worden oder später verloren gegangen.

Stiluntersuchungen zufolge dürfte er etwa um das Jahr 970 gefertigt worden sein.

Vor allem aus der geringen Grösse des Halsringes wird geschlossen, dass es sich um einen Frauen- oder Kinderschmuck gehandelt haben muss.

Die Fundgeschichte:

Angeblich wurde der Goldschatz nicht in einem Stück (als Hortfund) gefunden, sondern die einzelnen Teile wurden nach und nach im Sand der Insel, also als Strandgut gefunden. Das ist nicht nur archäologisch ein Unterschied, sondern vor allem rechtlich: Das Strandgut gehörte dem Finder, ein Hortfund hätte dem Eigentümer des Landes gehört, auf dem der Schatz gefunden wurde.

Rudolf Baier, der damalige Direktor des noch jungen Kulturhistorischen Museums von Stralsund (1859 als Provinzialmuseum für Neuvorpommern und Rügen eingerichtet) hörte von dem Fund (oder besser: von den Einzelfunden) und konnte den Schatz ankaufen - zumindest jedenfalls den Teil, der heute bekannt und erhalten ist.

Woher kommt der Schmuck ursprünglich?

Bis heute konnte nicht eindeutig geklärt werden, woher der Schmuck kommt. Von Art, Umfang und Entstehungszeitpunkt wird in Fachkreisen vermutet, dass es sich um einen Schmuck aus dem Eigentum von Harald Blauzahn handelt, dem damaligen König von Dänemark. Er lebte von etwa 910 bis 1.11.987 und wurde im Zusammenhang mit einer Seeschlacht vor der Ostseeinsel Bornholm tödlich verletzt. Dürftig sind allerdings die Erklärungsversuche, wie der Schmuck nach der vorlorenen Seeschlacht nach Hiddensee gelangt worden sein soll.

Offizielle Erklärungen dazu gibt es nicht; die offizielle Wissenschaft hat die Suche nach dem Fundort offenbar aufgegeben und erklärt dazu, dass der fundort vermutlich für immer im Dunkeln bleiben werde.

Von anderer Stelle wird die Vermutung geäussert, dass der Schmuck im Zuge der Seeschlacht bei Svolder auf die Insel Hiddensee gelangt sein könnte. Er wäre dann möglicherweise dem norwegischen König Olaf Tryggvason - einem Schwiegersohn von Harald Blauzahn - zuzuschreiben. Da der Ort der Seeschlacht von Svolder völlig unbekannt ist, könnte der Goldschmuck von Hiddensee das erste archäologische Fundstück sein, das den Weg zum Ort der Seeschlacht weisen könnte und damit evtl zu weiteren, archäologisch und historisch wertvollen Fundstücken aus der Wikingerzeit.


Anmerkung: Es gibt über den Fundort keine gegensätzlichen Diskussionen; der wissenschaftlichen Korrektheit halber aber muss gesagt werden: Diese Fundangabe beruht ausschliesslich aus den Erzählungen derjenigen, die den Schatz in die Öffentlichkeit gebracht haben. Der Fundort wurde nie untersucht, da die Inselbewohner behaupteten, die einzelnen Stücke im Laufe mehrerer Jahre zufällig im Sand gefunden zu haben. Diese aussagen sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit falsch. Es ist also zumindest nicht ausgeschlossen, dass der Goldschatz woanders - z.B. beim Fischen mit Netzen im Meer o.ä. gefunden wurde.

Auch der tatsächliche Fundzeitpunkt ist natürlich nicht gesichert, sondern nur der behauptete Zeitpunkt. Dieser Umstand ist aber für die archäologische Forschung von nur geringer Bedeutung, während es sicherlich sehr aufschlussreich wäre, den genauen Fundort zu lokalisieren.


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