Archaeologikon

Die Bronzezeit

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Unter der Bronzezeit wird die Periode in der Kulturgeschichte der Menschheit verstanden, in der Waffen, Werkzeuge und andere Gegenstände vorwiegend aus Bronze hergestellt wurden. Für Mitteleuropa ist das etwa der Zeitraum von 2200 bis 800 vor unserer Zeitrechnung.

Die Zeitspanne ist aber nicht so exakt festgelegt, wie man es z.B. bei der Wikingerzeit versucht, sondern variiert erheblich in Abhängigkeit von der jeweiligen Entwicklung der Produktivkräfte. Es ist keine absolute Zeitangabe, sondern variiert bei den verschiedenen Kulturen: Während die Verwendung von Bronze in Vorderasien schon 3300 v.u.Z. nachgewiesen werden kann, kannte man den Werkstoff in Nordeuropa vermutlich erst gegen 1800 v.u.Z., also immerhin anderthalb Tausend Jahre später!
Die Bronzezeit in Mittel- und Nordeuropa wird entsprechend den Bestattungsritualen unterteilt in die Hügelgräberbronzezeit und Urnenfelderzeit.

Einer der bedeutendsten Funde der Frühen Bronzezeit in Europa ist die Himmelsscheibe von Nebra.

Auch in der Jungsteinzeit kannten die Menschen schon die Metallbearbeitung, arbeiteten aber überwiegend mit gediegenem Metall, Metall also, das nicht durch Verhüttung gewonnen wurde, sondern in weitgehend reiner Form gefunden wurde. Damit war die Metallverarbeitung im wesentlichen auf Gold, Silber und Kupfer beschränkt.

Durch die Beimischung von Zinn - ein recht seltenes Metall, das vor allem in Fernost, in geringem Umfang aber auch in Deutschland vorkommt - zu Kupfer (9 Teile Kupfer und 1 Teil Zinn) erhält man den sehr viel härteren Werkstoff Bronze (obwohl sowohl Zinn, als auch Kupfer sehr weiche Metalle sind).

Die Verwendung von Bronze gibt Antwort auf einige Probleme der Herausbildung einer Klassengesellschaft, wirft aber andererseits auch eine ganze Reihe von Fragen auf:

Während die Verwendung heimatlicher Rohstoffe - Stein und Holz, gelegentlich Metalle, die in gediegener Form im jeweiligen Siedlungsraum vorkamen - ohne den Aufbau von Fernhandelsbeziehungen möglich war, trat mit der Bronze ein Werkstoff auf, der völlig neue Möglichkeiten eröffnete, aber auch völlig neue Anforderungen stellte:

Aus der harten Bronze konnte man Werkzeuge und Waffen herstellen, die eine viel bessere Qualität hatten, als die alten, die aus Stein, Holz und eventuell (weichem) Kupfer, Silber oder Gold hergestellt worden waren. Mit diesen besseren Werkzeugen gab es einen Produktivitätssprung.
Die durch die moderneren Waffen überlegene Kriegstechnik ermöglichte die Unterjochung von Völkern und Stämmen, die mit der Bronzeherstellung nicht vertraut waren. Es konnte ein Mehrwert erwirtschaftet werden. Bronze bzw. die Bestandteile Kupfer und Zinn waren überall begehrt und konnten als leicht zu transportierendes und gut teilbares Zahlungsmittel Verwendung finden.

Andererseits bestand jetzt die Notwenigkeit, eine Produktionskette aufzubauen: Man musste Kupfer und Zinn beschaffen und das Wissen, wie man daraus Bronze und aus der dann wiederum die gewünschten Gegenstände herstellen konnte. Die Beschaffung der Metalle erforderte die Entwicklung von Transportmitteln und die Sicherung der Transportwege.

Das alles erklärt, warum es in der Bronzezeit zu erheblichen Veränderungen in der Gesellschaftsstruktur kam. Eine umfassende Arbeitsteilung wurde notwendig und damit auch eine entsprechende Arbeitsorganisation.

Das führt zu weltlichen Herrschern: Bis dahin konnten sich nur Priester und Schamanen u.ä. spirituelle Stammensangehörige aus dem Stammesverband hervorheben und ein weitgehend parasitäres Leben führen. Mit der Erfindung/ Entdeckung der Bronze konnte ein zweites Machtzentrum entstehen, nämlich die Händler bzw. die Organisatoren der oben beschriebenen Produktionskette.

Es ist leicht nachvollziehbar, dass mit den Waren aus fernen Ländern auch ein Kulturaustausch vonstatten ging; Ideen, Techniken, Werkstoffe etc., die die Händler in anderen Ländern kennenlernten und nach Hause mitbrachten, konnten diese gewinnbringend nach der Rückkehr in die Heimat verwerten

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